Montag, 8. März 2010

Zhang Shuai Qi

Da es in Xiamen bei ca. 12°C und starker Bewölkung sowie Nieselregen momentan eher ungemütlich ist, habe ich befunden mich bei einer Tasse Jacobs-Kaffee (Das ist hier eine Rarität und gibt es nur bei uns in der WG!!!) mal wieder hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben. 

Mittlerweile hat sich bei mir sowas wie ein gewisser Alltag eingestellt, da die Uni seit letzter Woche in vollem Gange ist und ich jeden Tag auch 4 Studen Chinesischunterricht habe. Und das Verrückteste dabei ist, dass ich somit täglich 8.00Uhr in der Uni auf der Matte stehen muss um den weisen Worten meiner Lehrer zu lauschen. Dabei ist auch zu erwähnen, dass mich der "unviversitäre" Kulturschock härter getroffen hat als der Klassische! Die Lehrmethoden unterscheiden sich schon signifikant von denen in Deutschland und der Unterricht läuft im Grunde wie in der Schule ab: Es gibt Klassenlehrer, eine Klassengemeinschaft, die unbedingt (!) gepflegt werden muss (Punkt 4 der Schulordnung), man wird mit Namen angesprochen und muss Hausaufgaben machen. Das hat natürlich den Vorteil, dass man immer am Ball bleibt und dass die Lehrer auf einen zugehen, wenn man mal auf die "schiefe Bahn" gerät, was ich sehr löblich finde. Auf der anderen Seite geht es aber nicht so zackig voran, wie man es aus der Uni in Deutschland kennt und das pausenlose Nachsprechen diverser Frasen, die der Lehrer vorgibt, verursacht am frühen Morgen eher Kopfschmerzen als Lerneffekte. Dennoch denke ich, dass ich hier berzüglich der Sprache einiges lernen kann und werde - auch wenn an vielen Stellen sehr sozialistische Tendenzen das Bildungsumfeld prägen. =) Und wenn man nach einem harten Unitag nach Hause kommt und bei 28°C und Sonnenschein so einen Blick genießen kann, dann kommt man auch schnell wieder auf andere Gedanken. ;-)


Neben meine Sprachkursen habe ich aber auch noch einige Wirtschaftskurse zu absolvieren, welche immer die amüsanteste Zeit an der Uni bieten. Das Gute ist, dass die entsprechenden Dozenten ein relativ gutes Englisch sprechen und auch die Studenten in fremdsprachlicher Hinsicht zumindest soviel drauf haben, dass man interessante Diskussionen führen kann. Das ist in Xiamen keinesfalls die Regel und ohne grundlegende Chinesischkenntnisse bzw. ein kompetentes "Sinologen-Team" (Romy, Hui, Novi, Maria etc. :D) sind die Möglichkeiten doch eher beschränkt. Jedenfalls, machen die Management- bzw. Economics-Kurse Spaß, da wir von unseren chinesischen Komilitonen und Professoren sehr herzlich Willkommen gehießen wurden und man sich als Deutscher Management Student alles irgendwie locker aus dem Ärmel schütteln kann. Also wer hier irgendwelche HARTEN Business-Vorlsungen erwartet, wird bitter enttäuscht werden - auch wenn wir als Bachelorstudenten schon Masterveranstaltungen besuchen. Der Hauptinhalt einer Veranstaltung  lag zum Beispiel darin, sich in verschieden Teams einen Teamnamen, Slogan sowie ein Logo zu überlegen und dann in einer Präsentation das gesamte Team vorzustellen. Das ist ja soweit noch alles irgendwo im Rahmen, aber als dann einige der chinesischen Studenten zur Vorstellung angefangen haben zu singen bzw. angeboten haben, Schweine von ihrer persönlichen Farm mitzubringen, damit man im Kurs mal eine "Kleingkeit" kochen kann, war dann auch die letzte Ernsthaftigkeit dahin. Das interessante dabei ist aber, dass sowas zu chinesischen Mentalität halt einfach dazugehört und es ist auf jeden Fall spannend zu sehen, wie unterschiedlich doch die Herangehensweisen im Vergleich zur europäischen Kultur sind.

Ein weiteres Highlight der letzten Woche ist dann das Abendessen am Montag gewesen, zu dem wir von der Dekanin der School of Economics, an der wir hier in Xiamen eingeschrieben sind, geladen wurden. Neben Caro, Christian (meine Komilitonen aus Magdeburg) war auch Franziska mit ihrer Familie dabei. Franziska ist die eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Magdeburg und wird auch meine Bachelorarbeit betreuen. Sie ist hier um eine Umfrage für ihre Dissertation durchzuführen, auf der ich auch gedenke meine Arbeit aufzubauen. Bei dem besagten Essen wurde dann jedenfalls nur das Beste vom Besten aufgetischt und neben marinierten Riesengarnelen, leckeren Muscheln, einem guten Rotwein und tausend anderen Sachen gab es sogar Steak! Dann wurde noch mehrfach auf die gute Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Universiäten angestoßen und diverse Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht. Desweiteren haben Franzi und die Dekanin noch ein paar Absprachen bzgl. der Umfrage getroffen und am nächsten Tag haben wir dann auch die erste Befragungsrunde mit 150 chinesischen Studenten durchgeführt, welcher ich beiwohnen durfte.

Ansonsten kommt natürlich auch die Freizeitgestaltung nicht zu kurz und so ist unsere WG, neuerdings auch "Sky-Office" genannt, regelmäßig der Schauplatz diverse Videoabende und "Sit-In-Sessions" geworden. Dabei bekommen unsere Freunde, die wir liebevoll "Kellerkinder" nennen, da sie nur im 17. oder 22. Stock wohnen, auch mal die Gelegenheit  Höhenluft im 33. Stock zu schnuppern. =)

Hui und ich zu Hause im "Büro"

Weiterhin wird es meine werte Mama auch freuen, dass meine "hausmännlichen" Fähigkeiten ganz stark gefordert werden: Bei der Waschmaschine gibt es genau ein Programm, so dass ich garantiert nichts falsch machen kann; Bügeln kann ich jetzt auch schon sehr gut, indem ich meine Hemden zum "Bügelsalon" vor der Haustür bringe, wo das Glätten zu wie von selbst erfolgt; die Fingernägel kann man sich für ca. 1€ im Nagelstudio bei der Maniküre schneiden und pflegen lassen und auf dem nächsten Bild bin ich gerade in unserer Küche am Kochen. ;-)

Novi, Romy und Hui machen Tintenfischpfanne mit Gemüse (Ich bin dabei aber keinesweges Faul gewesen und habe versucht unsere Wohnung trocken zu legen, die auf Grund der hohen Luftfeuchte mehr oder weniger unter Wasser stand!) 

Am vorletzten Wochenende bin ich dann mit Novi, Christian und Caro sowie Jane - einer chinesischen Freundin von Novi - auf dem Xiamener Laternenfestival gewesen. Dieses hat am Abend auf einer Insel, welche in einem See mitten in Xiamen zu finden ist, stattgefunden und war sehr imposant, da das nächtliche Xiamen schon seinen Reiz hat und auch die ganzen "Illuminationen" in Form von Laternen sehr liebevoll, wenn auch etwas kitschig, also typisch chinesisch, gestaltet waren. Und das Beste an dem Abend war, dass Jane Christian und mich dann noch mit chinesischen Namen ausgestattet hat. So nennt man Christian jetzt "Zhang Lao Hu", was soviel heißt wie "Alter Tiger". Mir hat Jane den Namen "Zhang Shuai Qi" vorgeschlagen, was "handsome" - also gutaussehend - bedeutet. Dem wollte ich natürlich nicht wiedersprechen und trage jetzt auch einen Namen, den jeder Chinese ohne weiteres aussprechen kann. 

Der See in Xiamen: Schauplatz des Laternenfestes und unser lieblings Jogging-Track


leuchtende Blümchen :-)


Caro, Christian, Novi und Jane

Am vergangenen Wochenende wurden wir dann wieder von 2 Chinesinnen, die mit Romy befreundet sind (Emma und Eva) auf das Festland von Xiamen entführt, wo wir einen Expo-Garden besuchten, welcher als Messeort gedient hat, an dem sich 2008 alle Provinzen China's präsentiert haben. Nach unserer dortigen Ankunft haben wir uns erstmal wieder chinesische Freunde gesucht, die uns eine Fahne geliehen haben, mit der Timo zunächst schaugelaufen ist. Später wurden wir wieder von einer Familie mit Kind und Kegel beäugt, die uns dann auch um ein Foto gebeten haben, was wir als "kosmopolitische Weltbürger" selbstverständlich begrüßt haben. 


Als wir dann unsere Einzugsrituale beendet hatten, mieteten wir uns ein Elektroauto samt Fahrer, da sich das gesamte Messegelände über mehrere Inseln erstreckt hat und somit zu Fuß nur schwer zu erschließen gewesen wäre - vor allem waren wir am vorherigen Abend mal wieder das Nachtleben von Xiamen genießen und da stand es um unsere physische Kondition nicht gar so gut. Der Messepark an sich hat uns allen aber sehr gut gefallen, da alles sehr schön Grün war und man mal wieder in den Genuss von frischer Luft gekommen ist, was man in Xiamen-Downtown schon ein wenig vermisst. Darüberhinaus waren die Gebäude, Skulpturen und Gartenanlagen im traditionellen Stil gehalten, was für eine recht idyllische Stimmung gesorgt hat.

Ronny, Novi, Ich, Maria, Munya, Emma, Eva und Timo



Munya und die Mädels ;-)


Am Abend sind wir dann alle gemeinsam noch was Essen gegangen um anschließend tot ins Bettchen zu fallen. Am Sonntag war dann Chinesisch lernen angesagt, was lediglich durch ein kurzes Mittagessen beim Italiener unterbrochen wurde  - Luigi, attenzione prego! - Als ich am Abend wieder bettreif gewesen bin hat mich Novi dann noch dazu verpflichtet weiterzulernen, was sich irgendwie bis 01.00Uhr Nachts hingezogen hat und ich durfte meine noch ausbaufähige Kompentenz im Schriftzeichen schreiben unter Beweis stellen. Also nicht das jemand denkt, ich mache nur Urlaub und Highlife - das chinesisch Lernen muss man schon ernst nehmen und damit kann man auch Nächte zubringen. Und Bertze: Die damit einhergehende Erschöpfung kann in der Tat eine "emotionale Aufweichung" hervorrufen, man mag es kaum glauben... ;-)

Mittwoch, 24. Februar 2010

Xiamen Calling

Mittlerweile ist mehr als eine Woche seit meiner Anfkunft "auf" Xiamen (ein Großteil der 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt liegt auf einer Insel vor der chinesischen Küste) vergangen und ich muss sagen, ich fühle mich sehr gut. Ich habe mich super eingelebt und es ist auch wieder einiges passiert.

So haben wir einen Ausflug nach Gulangyu gemacht, welche eine kleine Insel zwischen Xiamen und dem chinesischen Festland ist und die ich auch wunderbar von meinem Balkon aus beobachten kann. Da dieses idyllische Fleckchen im Kolonialstil bebaut ist und somit eine Touristenattraktion darstellt, war schon auf der Fährfahrt dahin einiges los. Es ist regelrecht ein Erlebnis gewesen, als gefühlte 500.000 Chinesische Urlauber auf das Boot stürmten und einfach nur aus Prinzip gedrängelt haben. Daneben wurden wir (Romy, Sabrina, Timo, Ronny und Ich) auch mal eben zur Touristenattraktion umfunktioniert, denn als Europäer waren wir natürlich eine Besonderheit. Auf der Fährfahrt hatte man dann aber einen sehr schönen Blick auf die "Skyline" von Xiamen, wobei das Wetter aber noch nicht wirklich mitspielte und wir gelegentlich mit leichtem Regen zu kämpfen hatten.

Auf Gulangyu haben wir dann aber viel Spaß gehabt, Fotos gemacht und allerhand Leckereien, wie getrockneten Fisch, nie gesehene Früchte und Erbseneis, ausprobiert. Dazu gab es gegen den Durst dann Kokosnüsse in den unterschiedlichsten Formen (s.u. mit Sabrina, Ronny, Timo).

Am nächsten Tag stand dann ein Besuch der Uni an, da sich Novi und Romy zurückmelden mussten und ich mir auch zunächst ein mal einen kleinen Überblick verschaffen wollte. Und obwohl das Wetter immer noch zu wünschen übrig lies, war der Campus der Xiamen University sehr beeindruckend. Alles ist sehr schön grün, es gibt mehrere Seen, unendlich viele Sportanlagen, Banken, Supermärkte sowie sehr imposante Gebäude, was auch der Anlass gewesen ist, dass Sabrina, Novi und ich das obligatorische Foto vor dem Hauptgebäude der Uni gemacht haben.

Am Wochenende war dann erst mal Shrimpsessen (2kg zu viert) bei Romy und Novi zu Hause angesagt, die ja direkt im Nachbargebäude von mir wohnen. Im Anschluss hat Romy Sabrina und mich mit dem Xiamener "Fakemarkt" vertraut gemacht, wo ganz viel Wert Urheberrechtschutz gelegt wird. Weiterhin konnte man dort auch sehen, dass "Calvin Klein" jetzt zu "Kevin Kein" umfirmiert wurde - das wusste ich vorher noch gar nicht. ;-)

Beim shoppen sind wir dann aber auch alle fündig geworden, wobei wir uns aber in etwas renomierteren Gegenden bewegt haben, wo ich schonmal ca. 15€ für eine Laptop-Tasche aus Leder auf den Tisch legen musste (Bild unten mit Romy).

Am selben Abend sind dann auch Caro und Christian, die ja mit mir in Magdeburg studieren, in Xiamen gelandet und meine Mitbewohnerin Hui (Bild kommt weiter unten, keine Angst Mom!) ist von ihrer Südostasien Tour zurückgekehrt. Das war natürlich der Perfekte Anlass am Abend mit allen zusammen noch mal Essen zu gehen und eine schöne gemeinsame Zeit in Xiamen einzuläuten.



Sonntag hat sich dann endlich auch die Sonne blicken lassen und nach einem leckeren Frühsück bei Caro und Christian im Hostel (sie waren zu diesem Zeitpunkt noch auf Wohnungssuche) sowie einer kleinen Tee-Session in der Uni, haben wir dann eine kleine Tandem-Tour auf der Strandpromenade gestartet. Dabei waren wir natürlich wieder Schauobjekte auf Rädern und ich konnte sogar einige Chinesen, die uns höflich und neugierig gegrüßte haben, mit meinen rudimentären Chinesisch-Kenntnissen beeindrucken. Achso, es war so in etwa um die 20°C warm - das wollte ich an dieser Stelle nur mal ganz dezent mit einfließen lassen. :-p



Zu Beginn der neuen der neuen Woche habe ich mich dann zusammen mit Caro und Christian an der Uni eingeschrieben und wir haben auch einen Überlick über die Kurse, welche wir hier belegen können, gewonnen. Dabei lief alles reibungsloser als erwartet und wir haben auch eine beträchtliche Anzahl an Wahlmöglichkeiten "aushandeln" können.

Am nächsten Tag hatte ich dann auch gleich meine erste Vorlesung, welche recht interssant gewesen ist, aber nicht wirklich nach viel Arbeit klingt. Was aber gut ist, ist dass wir wahrscheinlich an einem richtig umfangreichen Sprachkurs teilnehmen können, was sich hier als extrem hilfreich erweisen wird, da wirklich kaum ein Mensch Englisch spricht.

Nun ja, alles in Allem scheint  die Uni hier sehr entspannt zu werden und ich werde mit Sicherheit genügend Zeit haben, um mich schon mal mit meiner Bachelorarbeit auseinanderzusetzen oder halt irgendwas anderes zu machen. So waren wir gestern zum Beispiel noch in einem Tempel, der direkt neben der Uni liegt und von wo aus man auch einen Berg erklimmen kann, der eine schöne Aussicht über die Stadt bietet.

Und ein weiterer wichtiger Punkt, der an dieser Stelle noch genannt werden soll, ist die Abendgestaltung. In Xiamen kann man natürlich auch feiern gehen, auch wenn die Disco-Kultur hier irgendwie eine andere ist. Als wir das "The Key" besucht haben, ist fast mehr Servicepersonal zugegen gewesen, als das es Gäste gab. Die Kellner und Kellnerinnen haben dafür aber auch passend zur Lifemusik ordentlich für Stimmung gesorgt und lustig Tänze getanzt, welche wir dann auch lernen durften. Das hatte irgendwie was vom RUF-Clubtanz. ^^

Mit unserer offenen Art und durch den Konsum von eigenartig gemixten Cocktails hatten wir jedenfalls eine Menge Spaß und haben durch den Einsatz des "Free-Hugs-Herzens" (Gratis-Umarmungen) auch schnell Freunde gefunden. =) 

Das besagt Herz durfte ich dann sogar noch als Geschenk mit nach Hause nehmen, wo es jetzt mein Zimmer ziert und neben der lila Bettwäsche für eine interessantes Feng-Shui sorgt, wo es sich sicherlich die nächsten paar Wochen aushalten lässt...

Meine Mitbewohnerin Hui und Ich


German Partypeople


Deutsch-Chinesische Freundschaft


Line Up (v.l.n.r.): Ronny, Romy, Sabrina, Maria, Novi, Hui, Timo, Christian, Caro, Munya

Mittwoch, 17. Februar 2010

Angekommen

Also ich habe es geschafft und bin heil in Xiamen gelandet!

Bei der Hinreise hat alles sehr gut geklappt und ich wurde bereits am Frankfurter Flughafen von einer Äthiopierin, die auch auf Reisen gewesen ist, mit frischem Obst versorgt. Ich wollte das ja zunächst ablehnen, aber dann hat sie mir erklärt, dass es ihrerseits unhöflich wäre, alleine was zu essen, wenn ich daneben stehe. Selbstverständlich wollte ich nicht, dass die gute Frau sich meinetwegen schlecht fühlte und von daher gab es erstmal ein paar Orangen. =)

Auf dem Flug nach Peking ging es mir dann auch recht gut, wobei ich leider keinen Fensterplatz ergattern konnte. Das wurde aber damit kompensiert, dass ich dann im sonst brechend vollem Flieger 4 Plätze für mich allein hatte und somit während der 9,5 Stunden Flugzeit verhältnismäßig gut geschlafen habe. Beim Anschlussflug von Peking nach Xiamen musste ich auf diesen Luxus leider verzichten (Ich hatte nur 3 Plätze für mich allein.), konnte dafür aber die Sonne am Fenster genießen und nach 2 weiteren Flugstunden die ersten Blicke auf Xiamen erhaschen. Dort angekommen musste ich aber leider feststellen, dass die erhoffte 20°C und Sonnenschein ausblieben und mich mit 9°C und leichtem Regen auseinandersetzen. Ich habe mir aber sagen lassen, dass dieser Schönheitsfehler am Wochenende korrigiert werden soll. ;-)

Als ich dann aber mein Gepäck geholt hatte und mit der Adresse meiner Wohnung in der Tasche zum Taxi wollte, wurde ich sehr positiv überrascht. Ich wurde direkt am Ausgang des Flughafens von Romy, Novi, Sabrina und Jana in Empfang genommen. Die Mädels sprechen sehr gut Chinesisch und sind bis auf Sabrina, welche gerade bei Romy zu Besuch ist, schon seit einiger Zeit Austauschstundenten an der Xiamen University. Darüberhinaus sind sie auch mit meiner Mitbewohnerin Hui, die gerade noch verreist ist, befreundet, was dann sicherlich auch der Grund für ihr erfreuliches Erscheinen am Flughafen gewesen ist. Die Anschließende Taxifahrt in die Wohnung ist somit selbstverständlich auch kein Problem mehr gewesen, wo wir gegen 17.30Uhr Ortszeit angekommen sind.

Nachdem ich  kurz ausgepackt habe, ging es dann los zu meinem ersten "Einkaufs-Ausflug" nach Xiamen, da ich noch Bettzeug und ein paar Kleinigkeiten brauchte. Auch da hielt ich wieder Tatkräftige unterstützung von Novi und Sabrina, was aus dringend notwendig gewesen ist, denn alleine hätte ich aufgrund meiner limitierten Chinesisch-Kenntnisse wahrscheinlich nicht mal die Bushaltestelle gefunden.

Jedenfalls sind wir dann erfolgreich mit Bettdecke, ein paar Kissen und lila (Die Trendfarbe des letzten Jahres!) Bettwäsche zurückgegehrt. Beim Beziehen hat sich dann sogar rausgesstellt, dass die Bettwäsche sogar Rüschen hat, welche man aber zum Glück geschickt kaschieren kann. :D

Am Abend sind wir dann alle zusammen mit noch ein paar weiteren Austauschstundenten, die ebenso mit mir angekommen sind, etwas essen gegangen. Dazu ist zu sagen, dass das chinesische Essen sehr sehr lecker, aber ebenso gewöhnungsbedürftig ist. Also wer von sich behaupten will, schonmal chinesisch gegessen zu haben muss in China gewesen sein, denn was es hier gibt ist keinerlei mit irgendwelchen europäisierten China-Restaurants in Deutschland zu vergleichen. Aber das Essen ist wie gesagt wirklich Spitze und sowieso scheint sich hier mehr oder weniger alles ums Essen zu drehen.

Dannach haben wir noch eine Cocktailbar aufgesucht, deren Besitzer auch anzutreffen gewesen ist. Dieser hat uns aber leider wieder weggeschickt, da der Laden wohl geschlossen war. Daraufhin standen wir aber noch ca. 10 Minuten vor der Bar, weil nicht wussten was wir sonst machen sollten und das hat den Besitzer dann anscheinend davon überzeugt, doch noch einen Angestellten anzurufen und wir hatten doch noch die Möglichkeit eine Kleinigkeit zu trinken. Dannach sind wir dann durchs nächtliche Xiamen wieder nach Hause gelaufen und ich konnte mich auf den bitter nötigen Schlaf freuen.


Bevor ich mich dann jedoch niederlegte, habe ich noch die Gelegenheit genutzt um ein paar Bilder von dem "bescheidenen" Ausblick von meinem Balkon zu machen, was bei Nacht schon etwas her macht. ;-) Ein paar Bilder von Tagaufnahmen werden noch folgen, sobald hier die Sonne scheint. 

Heute sind wir dann nach dem Aufstehen Essen gegangen (All-You-Can-Eat in einem 5-Sterne Hotel) was wieder einmal sehr lecker war! Dannach waren wir noch ein Paar Besorgungen erledigen und im Anschluss habe ich mich zu Hause mal meine Hausarbeit (Business Ethics^^) gesetzt, die ich noch bis Anfang März zu Ende bringen muss. Wirklich weit bin ich allerdings nicht gekommen, was daran lag dass dann auch schon wieder Romy, Novi und Sabrina zum Videoabend vorbeigekommen sind, wobei wir noch Baguette mit selbstgemachter Knoblauchbutter gegessen haben.

Alles in Allem muss ich aber sagen, dass ich ohne eine kleinen Kulturschock nicht weggekommen bin, was nicht's daran ändert, dass Xiamen wirklich eine schöne Stadt ist. Durch die Mädels wird mit der Start in China selbstverständlich wesentlich erleichtert, worüber ich extrem dankbar bin. Ich werde jetzt erstmal schauen, was die nächsten Tage so bringen und mich dann ab Montag "hochmotiviert" ins Unileben stürzen. Ich bin gespannt, was mich dort so erwartet und werde natürlich auch zu gegebener Zeit meine entsprechenden Eindrücke darniederlegen. =)


Sonntag, 14. Februar 2010

Vorbereitungen



So, seit gestern sind alle Prüfungen geschrieben, das Visum ist rangeschafft und mit dem Packen bin ich auch fast fertig (ca. 1 Stunde  hat's gedauert - die Nachfragen, ob ich vor 3 Wochen schon angefangen habe, erübrigen sich also :D ). Heute ist dann auch noch mal meine Familie zum Kaffee dagewesen, um mich zu verabschieden und die meisten "Good-Bye-Telefonate" sind geführt. Es steht also einer entspannten Abfahrt am morgigen Tage nicht's mehr im Wege. =)

Daher bleibt mir erstmal nur zu sagen Auf Wiedersehen im kalten Deutschland - ich fahre ins Warme und hoffe ihr bleibt mir wohlgesonnen, auch wenn ich in den nächsten 4,5 Monaten in der Weltgeschichte rumjuchtele - also mehr als sonst. ;-)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Kick-Off

Hallo zusammen und herzlich Wilkommen!

Mit diesem Blog gedenke ich meine Familie, meine Freunde und alle die es interessiert über meine Taten in Xiamen/China auf dem laufenden zu halten. Mein Auslandssemester beginnt dort am 22.02.2009 wobei ich allerdings schon am 15.02.2009 losfliege, damit ich noch ein paar Tage habe um mich ein wenig einzuleben.

Ansonsten stehen jetzt aber erstmal die Abschlussprüfungen des Semesters an und es ist auch noch eine Menge an Organisatorischem (Visum, Bachelorarbeitsplanung, Packen, Schockolade und Marmelade für Hui - meine Mitbewohnerin in Xiamen etc.) zu erledigen. Aber ich bin dennoch positiv eingestellt und freue mich schon dermaßen auf China, dass der ganze Stress irgendwie erträglich scheint. =)